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	<title>Weiß-Tanne-Archiv - Nationalerbe-Bäume Deutschland</title>
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	<description>Für den Schutz alter Bäume in Deutschland</description>
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	<title>Weiß-Tanne-Archiv - Nationalerbe-Bäume Deutschland</title>
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		<title>Weiß-Tanne bei Grafenhausen im Hochschwarzwald (Landkreis Waldshut, Baden-Württemberg)</title>
		<link>https://nationalerbe-baeume.de/project/weiss-tanne-bei-grafenhausen-im-hochschwarzwald-landkreis-waldshut-baden-wuerttemberg/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Richard Georgi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Mar 2026 17:23:27 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://nationalerbe-baeume.de/project/weiss-tanne-bei-grafenhausen-im-hochschwarzwald-landkreis-waldshut-baden-wuerttemberg/">Weiß-Tanne bei Grafenhausen im Hochschwarzwald (Landkreis Waldshut, Baden-Württemberg)</a> erschien zuerst auf <a href="https://nationalerbe-baeume.de">Nationalerbe-Bäume Deutschland</a>.</p>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h1><strong>Weiß-Tanne bei Grafenhausen im Hochschwarzwald (Landkreis Waldshut, Baden-Württemberg)</strong></h1></div>
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<tbody>
<tr style="height: 24px;">
<td style="height: 24px; width: 127.812px;"><strong>Baumart</strong></td>
<td style="height: 24px; width: 572.188px;">Weiß-Tanne (<em>Abies alba</em>)</td>
</tr>
<tr style="height: 48px;">
<td style="height: 49px; width: 127.812px;"><strong>Standort:</strong></td>
<td style="height: 49px; width: 572.188px;">nahe den Weilern Brünlisbach und Rothaus der Gemeinde Grafenhausen, von dort am Heimatmuseum Hüsli zu Fuß etwa 1,5 km = 20 min auf Waldwegen ostwärts, oder mit dem Pkw auf der L 170 zum Parkplatz Abzweigung Ebersbach fahren und von dort 100 m zur Käppele-Tanne Kapelle und weiterlaufen – dann ist die Danieltanne ausgeschildert (15 min Waldwege)</td>
</tr>
<tr style="height: 24px;">
<td style="height: 24px; width: 127.812px;"><strong>Alter:</strong></td>
<td style="height: 24px; width: 572.188px;">ca. 450 Jahre (aus Stammdimension, Standort und Waldhistorie hergeleitet)</td>
</tr>
<tr style="height: 23px;">
<td style="height: 23px; width: 127.812px;"><strong>Stammumfang:</strong></td>
<td style="width: 572.188px; height: 23px;">5,80 m (in 1,3 m Stammhöhe, gemessen Nov. 2025)</td>
</tr>
<tr style="height: 24px;">
<td style="height: 24px; width: 127.812px;"><strong>Höhe:</strong></td>
<td style="height: 24px; width: 572.188px;">ca. 45 m</td>
</tr>
<tr style="height: 24px;">
<td style="height: 23px; width: 127.812px;"><strong>GPS-Daten: </strong></td>
<td style="height: 23px; width: 572.188px;">N 47.796217, O 8.261936</td>
</tr>
<tr style="height: 24px;">
<td style="height: 24px; width: 127.812px;"><b>NEB seit:</b></td>
<td style="height: 24px; width: 572.188px;">22. Mai 2026 (<a href="https://nationalerbe-baeume.de/2026/05/23/fulminantes-ambiente-zur-ausrufung-der-danieltanne-im-hochschwarzwald-grafenhausen-lkr-waldshut-baden-wuerttemberg/">Bericht &amp; Fotos</a>)</td>
</tr>
</tbody>
</table></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Wir sind sehr glücklich über diesen Fund einer richtig dicken Weiß-Tanne im Schwarzwald, denn im Bayerischen Wald hatten wir ja bereits eine ausgerufen und so war die Suche im Schwarzwald danach spannend und hat etwas gedauert. Fast 10 dicke Tannen wurden angesehen und bewertet, die Siegerin war und ist ganz klar diese Danieltanne geworden: mit ihr kann keine andere im Schwarzwald in Alter und Stammdícke mithalten.</p>
<p>Ein Vorgängerförster hatte den Baumveteran in den 1990er Jahren Danieltanne genannt, da die zugehörige Gemarkung dort Daniel heißt. Sie ist die dickste Tanne des Schwarzwaldes und steht gemeinsam mit &#8222;Daniela&#8220; (gleich neben ihr, nicht ganz so dick und hoch) mitten im Gemeindewald zu Grafenhausen, nicht weit vom Schluchsee und fühlt sich dort sichtlich sehr wohl. Denn Tannen mögen es am liebsten in mittleren Gebirgshöhen (hier fast 1.000 m) gemeinsam mit Fichten, Buchen und Berg-Ahornen: das ist der sog. Bergmischwald, wo es immer schön feucht und kühl ist.</p>
<p>Der Tannenanteil im höheren Schwarzwald war früher viel größer, wurde dann zunächst durch intensive Nutzungen des wertvollen Holzes geringer (sog. Holländerhiebe im 18./19. Jahrhundert) und hat sich danach weiter verringert durch Rehwild-Verbiss und riesige Flächen mit Fichtenpflanzungen. In den 1980er Jahren sind es nochmals deutlich weniger geworden durch die starken SO<sub>2</sub>-Immissionen (da sind Tannen sehr empfindlich), durch extreme Orkan-Stürme wie Wiebke 1990 und Lothar 1999 (weil viele Tannen oben über den Waldbestand hinausragten und vom Sturm gebogen umstürzten oder abbrachen) und schließlich durch die extremen Trockenjahre seit 2018 (davon sind allerdings vor allem Fichten betroffen).</p>
<p>Das Baumalter der Danieltanne schätzen wir nach Vergleichen mit anderen alten Tannen, deren Baumalter gemessen wurde oder bekannt ist, höher ein als auf der Tafel steht, nämlich auf etwa 450 Jahre. Die Höhe solcher Baumriesen ändert sich fortlaufend (hier aktuell 46 m), da immer mal im Wipfelbereich einzelne Zweige absterben (durch Trockenstress: wenn die Tanne es nicht mehr schafft, das Wasser bis in die Baumspitze hochzuziehen) oder abbrechen (durch Sturmböen bei Gewittern oder Eisanhang im Winter), und andererseits in guten Jahren auch mal wieder ein paar Jahrestriebe hinzukommen. Genaue Erfassungen an anderen so hohen Bäumen ergaben tatsächlich im Lauf der Jahre ein ständiges „Auf und Ab“ im Wipfelbereich um 1-2 m.</p>
<p>Es stellt sich neuerdings heraus, dass Weiß-Tannen doch mit Trockenheit viel besser umgehen können als gedacht, im deutlichen Unterschied zur Fichte. So ist die Weiß-Tanne derzeit der Renner bei Nachpflanzungen in Parkanlagen und bei Waldverjüngungen geworden, weshalb man aktuell kaum noch größere Pflanzen bekommt. Noch besser sind allerdings gekeimte Bäumchen aus Naturverjüngung von Tannensamen, denn diese Tannenbabys machen dann vom ersten Lebensjahr an meterlange Pfahlwurzeln und sichern sich so Wassermoleküle aus tieferen Bodenschichten für Trockenperioden.</p>
<p>Tannen sind von Fichten gut an den Nadeln zu unterscheiden: die Nadeln der Tanne sitzen an den Zweigen auf kleinen Füßchen (sehen aus wie Saugnäpfe), und diese bleiben an der Nadel, wenn man sie abzupft. Bei Fichten gibt es so ein Füßchen nicht und die Nadeln hinterlassen beim Abzupfen vom Zweig einen kleinen Höcker.</p>
<p>Das Besondere der bis zu 16 cm groß werdenden Tannenzapfen am Baum ist, dass sie wie Kerzen auf den Zweigen stehen und nicht wie bei fast allen anderen Nadelbäumen (z.B. den Fichten) von den Zweigen herabhängen. Bei der Reife rieseln die Tannensamen im Herbst und Winter dann nach und nach von der Zapfenspitze beginnend aus der Krone herunter, es fallen also nicht wie bei Fichten die ganzen Zapfen ab. Schließlich stehen auf den Ästen nur noch die Spindeln der Zapfen und man erkennt dann Spieße auf den Tannenzweigen, was etwas bizarr aussehen kann.</p>
<p>Der Werdegang der Danieltanne zum Nationalerbe-Baum hat etwas länger gedauert, da dort bei der ersten Anfrage die Fernsehserie Schwarzwaldklinik alle noch in ihren Bann gezogen hatte. Doch weil damit inzwischen Ruhe eingekehrt ist, ging es jetzt bei der 2. Anfrage vor Ort ganz wunderbar schnell mit einem Treffen und Vertragsunterzeichnung – auch mit der Unteren Naturschutzbehörde (UNB), da die Danieltanne Baum-Naturdenkmal ist.</p>
<p>Die seit 1985 über 3 Jahrzehnte lang gesendete Fernsehserie Schwarzwaldklinik bringt die Schönheit und Besonderheiten des Hochschwarzwaldes so wunderbar herüber, dass ich mir etliche Folgen genüsslich angesehen habe und so vor Ort dann sogar „mitreden“ konnte, z.B. über&#8217;s Hüsli und weitere Spezialitäten dieser Region bei der Danieltanne. Und das liebe ich ja so besonders an meinem aktuellen Job: dass ich Deutschland bis in alle Ecken kennenlerne wie nie zuvor, da ich ja immer auch mit den Menschen vor Ort zusammenkomme, um die Baumfeier zur Ausrufung zu organisieren. Inzwischen haben nun schon 55 solcher „Partys in der Fremde“ super geklappt, da können und dürfen wir ein bisschen stolz sein.</p>
<p>Und ich kann nur sagen: Deutschland ist so wunder-wunderschön, da brauche ich nicht mehr sonstwohin zu fliegen. Und aktuell sollen und wollen wir ja hierzulande auch noch 33 weitere Bäume finden (aus 500 Kandidaten) und 45 sind noch auszurufen – auf geht’s!</p></div>
			</div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h3><strong>Fotos</strong></h3></div>
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					<a href="https://nationalerbe-baeume.de/wp-content/uploads/2026/03/Gross-01-20251001_093258.jpeg" title="gewaltiger Stammfuß der Danieltanne mit sehr gelungener Inszenierung des Wuchsortes">
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					<a href="https://nationalerbe-baeume.de/wp-content/uploads/2026/03/Gross-02-IMG_20251120_112317-ps.jpeg" title="Mein größter Wunsch beim 2. Besuch war Schnee, und dann kamen in der Nacht zuvor 20 cm Neuschnee herunter!">
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<p>Der Beitrag <a href="https://nationalerbe-baeume.de/project/weiss-tanne-bei-grafenhausen-im-hochschwarzwald-landkreis-waldshut-baden-wuerttemberg/">Weiß-Tanne bei Grafenhausen im Hochschwarzwald (Landkreis Waldshut, Baden-Württemberg)</a> erschien zuerst auf <a href="https://nationalerbe-baeume.de">Nationalerbe-Bäume Deutschland</a>.</p>
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		<title>Weiß-Tanne bei Bayerisch Eisenstein im Nationalpark Bayerischer Wald (Landkreis Regen im Regierungsbezirk Niederbayern)</title>
		<link>https://nationalerbe-baeume.de/project/weiss-tanne-bei-bayerisch-eisenstein-im-nationalpark-bayerischer-wald-landkreis-regen-im-regierungsbezirk-niederbayern/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Richard Georgi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 11 Mar 2023 09:24:25 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://nationalerbe-baeume.de/project/weiss-tanne-bei-bayerisch-eisenstein-im-nationalpark-bayerischer-wald-landkreis-regen-im-regierungsbezirk-niederbayern/">Weiß-Tanne bei Bayerisch Eisenstein im Nationalpark Bayerischer Wald (Landkreis Regen im Regierungsbezirk Niederbayern)</a> erschien zuerst auf <a href="https://nationalerbe-baeume.de">Nationalerbe-Bäume Deutschland</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="et_pb_section et_pb_section_1 et_section_regular" >
				
				
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><h1><strong>Weiß-Tanne bei Bayerisch Eisenstein im Nationalpark Bayerischer Wald (Landkreis Regen im Regierungsbezirk Niederbayern)</strong></h1></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><table style="height: 192px;" border="0">
<tbody>
<tr style="height: 24px;">
<td style="height: 24px; width: 127.812px;"><strong>Baumart</strong></td>
<td style="height: 24px; width: 572.188px;">Weiß-Tanne (<em>Abies alba</em>)</td>
</tr>
<tr style="height: 48px;">
<td style="height: 49px; width: 127.812px;"><strong>Standort:</strong></td>
<td style="height: 49px; width: 572.188px;">beim Zwieslerwaldhaus, auf der Waldhaustraße von Ludwigsthal kommend, am Straßenende links abbiegen zum Parkplatz Brechhäuslau, dann noch etwa 500 m Fußweg auf dem Forstweg Richtung Schwellhäusl, dort links die Tanne 50 m vom Weg entfernt – nicht zu übersehen, da durch Bohlenweg in Szene gesetzt</td>
</tr>
<tr style="height: 24px;">
<td style="height: 24px; width: 127.812px;"><strong>Alter:</strong></td>
<td style="height: 24px; width: 572.188px;">ca. 605 Jahre (durch Jahrringzählung einer ebenfalls sehr starken Nachbartanne hergeleitet)</td>
</tr>
<tr style="height: 23px;">
<td style="height: 23px; width: 127.812px;"><strong>Stammumfang:</strong></td>
<td style="width: 572.188px; height: 23px;">6,93 m in 1,3 m Stammhöhe (gemessen Jan. 2023)</td>
</tr>
<tr style="height: 24px;">
<td style="height: 24px; width: 127.812px;"><strong>Höhe:</strong></td>
<td style="height: 24px; width: 572.188px;">ca. 53 m</td>
</tr>
<tr style="height: 24px;">
<td style="height: 24px; width: 127.812px;"><strong>GPS-Daten: </strong></td>
<td style="height: 24px; width: 572.188px;">N 49.098683, O 13.230611</td>
</tr>
<tr style="height: 24px;">
<td style="height: 24px; width: 127.812px;"><b>NEB seit:</b></td>
<td style="height: 24px; width: 572.188px;">23. Juni 2023</td>
</tr>
</tbody>
</table></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Als erstes folgt hier die spannende und schöne Story zur Geschichte der Altersermittlung dieser Tanne: denn gleich in der Nähe stand eine ebenfalls sehr dicke Tanne und wurde vor fast 60 Jahren (1965) vom Sturm geworfen, und ihr Stammquerschnitt (eine intakte Baumscheibe, sie hatte noch alle(!) Jahrringe, war also nicht hohl im Inneren) steht im sehenswerten Waldmuseum Zwiesel. Die Jahrringzählung an dieser Nachbartanne ergab 450 Jahre, sie war 1,65 m dick. Die nun von uns auserkorene Tanne hat einen Stammdurchmesser von 2,20 m (Umfang 6,93 m), d.h. bei gleicher Jahrringentwicklung (die man berechtigt annehmen darf) wäre unser Nationalerbe-Baum damit 602 Jahre alt! Auf diese Weise erhält man eine sensationell abgesicherte Altersangabe. Und da es noch mehr dicke Tannen im Bayerischen Wald und im Schwarzwald in ähnlicher Höhenlage gibt, ist sie also auch nicht die einzige mit einem Alter von über 400 Jahren, womit die Baumart Weiß-Tanne ebenfalls zu den von uns gesuchten langlebigen Baumarten gehört – was mir gar nicht bewusst war. Somit wird diese Tanne auch stellvertretend für viele weitere Alttannen in den Bergwäldern als Nationalerbe ausgerufen und zeigt das enorme Potenzial der Weiß-Tannen.</p>
<p>Dieser Baum steht in einer alten Tannengruppe und ist die höchste, dickste und älteste dokumentierte Tanne Deutschlands! Alte Weiß-Tannen entwickeln in der Oberkrone oft ein sog. &#8222;Storchennest&#8220;, wenn der Wipfeltrieb schließlich im Höhenwachstum stockt, während die Seitenzweige noch unvermindert zur Seite wachsen – das zeigt dieser Baum allerdings trotz seiner großen Höhe derzeit nicht.</p>
<p>Weiß-Tannen gehören heute in Deutschland zu den seltensten heimischen Baumarten. Sie blühen erst spät in ihrem Leben, nämlich mit etwa 50 Jahren, und eine stärkere Blüte tritt nur alle 3-5 Jahre auf. Dabei reifen die aufrecht stehenden weiblichen Blütenstände dann im Herbst zu Tannenzapfen heran. Bei den bis zu 16 cm groß werdenden Zapfen am Baum ist zunächst bemerkenswert, dass sie nicht wie bei fast allen anderen Nadelbäumen hängen, sondern wie Kerzen auf den Zweigen stehen. Das kann richtig chic aussehen und können Sie auch bei diesem Baum erkennen (ein Fernglas hilft dabei). Und bei der Reife fallen die Samen im Herbst und Winter dann nach und nach von der Zapfenspitze beginnend aus der Krone herunter – oder richtiger beschrieben: sie segeln, denn sie haben einen Flügel, der sie zu &#8222;Schraubdrehfliegern&#8220; macht. Schließlich stehen nur noch die Spindeln der Zapfen auf den Ästen und mancher Naturfreund hat sich schon gefragt, was das denn für Spieße auf den Tannenzweigen sind. Darauf auch mal achten, wenn Sie vor dieser oder einer anderen Tanne mit Zapfen stehen.</p>
<p>Auf den Weihnachtstellern oder auf dem Waldboden können daher gar keine Tannenzapfen liegen, denn sonst hätte jemand in die Spitze der Tannenkronen klettern und die Zapfen herunterwerfen müssen – weil Tannenzapfen nie als Ganzes vom Baum fallen, im Gegensatz zu Fichten- und Kiefernzapfen, die man daher auch als Weihnachtsdeko verwenden kann.</p>
<p>Die Weiß-Tanne gehört zu den immergrünen Nadelbaumarten, das wussten Sie natürlich schon. Weniger vielleicht, dass ihre Nadeln ca. 10 Jahre alt werden, im Hochgebirge auch bis 14 Jahre. Das ist unter den heimischen Nadelbaumarten Rekord. Immergrüne Nadelbäume können in warmen Perioden auch im zeitigen Frühjahr und im Herbst Zucker produzieren, wenn Laubbäume keine Blätter tragen. Das ist ihr Konkurrenzvorteil in kühleren Regionen und Höhenlagen.</p>
<p>In der Jugend ist die Weiß-Tanne eine der schattentolerantesten Baumarten<strong>. </strong>Sie wächst dann sehr langsam, der Wipfeltrieb nur minimal. So kann sie ähnlich der Buche &#8222;in Wartestellung&#8220; (in Hoffnung auf mehr Licht) verharren und einen bis zu 150-jährigen &#8222;Schattenschlaf&#8220; halten! Wenn schließlich einer der alten Nachbarbäume fällt (oder gefällt wird), erwacht der Nachwuchs aus diesem &#8222;Schlaf&#8220; und wird vom Licht &#8222;wachgeküsst&#8220;. Allerdings verträgt die Tanne keine plötzliche Freistellung, denn es müssen erst neue Lichtnadeln gebildet werden – die Schattennadeln &#8222;verbrennen&#8220; sonst regelrecht in der plötzlichen prallen Sonne, an die sie nicht angepasst sind.</p>
<p>Zu schaffen macht der Tanne immer wieder der Verbiss durch Rot- und Rehwild bei hohen Wilddichten. Dann wird sie immer seltener. Zudem ist sie sehr immissionsempfindlich und war daher im Erzgebirge in den 1990er Jahren fast ausgestorben. Aber es ist Hoffnung angebracht: aufgrund der verbesserten Luftqualität wächst die Tanne inzwischen sogar auch dort wieder, wenn es auch noch ein langer Weg zu Altbeständen von Bergmischwäldern mit dem Trio Buchen, Tannen und Fichten sein wird.</p>
<p>Die Wurzeln der Weiß-Tanne dringen tiefer in den Boden ein als die vieler anderer Baumarten: sie entwickelt anfangs eine kräftige Pfahlwurzel, die schließlich zu einem herzförmigen Wurzelsystem führt. Wurzeln benachbarter Tannen verwachsen zudem miteinander und sorgen so für noch bessere Standsicherheit und einen Stoff- und Informationsaustausch zwischen Nachbarbäumen.</p>
<p>Das Holz der Weiß-Tanne ähnelt dem der Fichte und wird meist ähnlich genutzt. Es ist aber heller, ohne auffällige Farbunterschiede und vor allem harzfrei, was die Verwendbarkeit und Imprägnierbarkeit verbessert.</p>
<p>Weltweites Aufsehen erregte im Jahr 2000 die Atlantiküberquerung des Abenteurers und Menschenrechtlers Rüdiger Nehberg auf einem 17m langen, 350 Jahre alten Weißtannenstamm, den er mit Segeln und Auslegern bestückt hatte. So segelte er mit diesem Einbaum entgegen aller besseren Ratschläge erfolgreich die 2.000 Seemeilen von Mauretanien nach Brasilien, um auf die Situation der dortigen Ureinwohner aufmerksam zu machen. Das berühmt gewordene Dach der Expo-Weltausstellung in Hannover wurde aus 70 starken Weiß-Tannen hergestellt. Und das Gestühl der Dresdner Frauenkirche ist ebenfalls aus Tannenholz.</p>
<p>Weißtannenhonig ist eine ganz besondere Rarität, da die Tanne nicht regelmäßig &#8222;honigt&#8220;. Der Honig duftet intensiv aromatisch nach Tannennadeln, er kristallisiert sehr langsam und ist fast schwarz. Die Bezeichnung &#8218;Tannenhonig&#8216; darf in Deutschland tatsächlich nur für Honig von der Weiß-Tanne verwendet werden, aus anderen europäischen Ländern kann er aber auch von Fichten stammen.</p>
<p>Schon bei den alten Germanen hatte die Tanne wegen ihrer immergrünen Zweige Kult-Bedeutung als Symbol ewiger Lebenskraft, fortwährenden Wachstums und unerschöpflicher Fruchtbarkeit. Um die Wintersonnenwende wurden daher Tannenzweige auf öffentliche Plätze und vor die Häuser gelegt.</p>
<p>Nicht weit von &#8222;unserer&#8220; Tanne befindet sich bei Ludwigsthal das Nationalparkzentrum Falkenstein des Bayerischen Waldes. Der Nationalpark ist der erste und damit älteste, international anerkannte Nationalpark Deutschlands und erstreckt sich mit einer Fläche von rund 250 Quadratkilometern um die Bayerwaldberge Falkenstein, Rachel und Lusen. Er bildet zusammen mit dem angrenzenden Nationalpark Šumava in der Tschechischen Republik das größte Waldschutzgebiet Mitteleuropas. Das Nationalparkzentrum Falkenstein mit seinem Besucherzentrum Haus zur Wildnis bietet den Gästen mit modernen, hoch interessanten Ausstellungen tiefe Einblicke in die wilde Waldnatur. Ein Besuch dort lohnt sich unbedingt, wegen vieler für Kinder besonders attraktiver Ausstellungsteile auch und gerade mit Kindern.</p>
<p>Wir bewundern das großartige Engagement der Nationalparkleitung und -verwaltung mit ihrem kompetenten Team und wünschen der Tanne und dem Nationalpark weiterhin eine gute und ebenso erfolgreiche Zukunftsentwicklung!</p>
<p><em>Text und Bilder: Andreas Roloff, TU Dresden</em></p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h3><strong>Fotos</strong></h3></div>
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					<a href="https://nationalerbe-baeume.de/wp-content/uploads/2023/03/01-20230117_153153-ps1.jpg" title="am Vorabend der Besprechung das erste Kennenlernen – eine noch dazu so intakte Riesentanne dieses Alters hatte ich bis dahin nicht für möglich gehalten">
					<img loading="lazy" decoding="async" width="400" height="284" src="https://nationalerbe-baeume.de/wp-content/uploads/2023/03/01-20230117_153153-ps1-400x284.jpg" alt="am Vorabend der Besprechung das erste Kennenlernen – eine noch dazu so intakte Riesentanne dieses Alters hatte ich bis dahin nicht für möglich gehalten" srcset="https://nationalerbe-baeume.de/wp-content/uploads/2023/03/01-20230117_153153-ps1.jpg 479w, https://nationalerbe-baeume.de/wp-content/uploads/2023/03/01-20230117_153153-ps1-400x284.jpg 480w" sizes="(max-width:479px) 479px, 100vw" class="wp-image-2399" />
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					<a href="https://nationalerbe-baeume.de/wp-content/uploads/2023/03/02-20230118_081731-ps1.jpg" title="Und am nächsten Morgen hatte sich mein größter Wunsch erfüllt: es hatte geschneit und wurde ein Märchenwald!">
					<img loading="lazy" decoding="async" width="400" height="284" src="https://nationalerbe-baeume.de/wp-content/uploads/2023/03/02-20230118_081731-ps1-400x284.jpg" alt="Und am nächsten Morgen hatte sich mein größter Wunsch erfüllt: es hatte geschneit und wurde ein Märchenwald!" srcset="https://nationalerbe-baeume.de/wp-content/uploads/2023/03/02-20230118_081731-ps1.jpg 479w, https://nationalerbe-baeume.de/wp-content/uploads/2023/03/02-20230118_081731-ps1-400x284.jpg 480w" sizes="(max-width:479px) 479px, 100vw" class="wp-image-2400" />
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					<a href="https://nationalerbe-baeume.de/wp-content/uploads/2023/03/04-DSC07130-A-FRIEDRICH-c.jpg" title="die 3 baumbegeisterten Kinder der Baummelder-Familie aus der Nähe von Dresden, die im Bayerischen Wald im Urlaub diesen Baum gefunden haben – ihren nächsten Urlaub wollen sie dort zur Ausrufung verbringen! (2m-Zollstock, Foto: A. Friedrich)">
					<img loading="lazy" decoding="async" width="400" height="284" src="https://nationalerbe-baeume.de/wp-content/uploads/2023/03/04-DSC07130-A-FRIEDRICH-c-400x284.jpg" alt="die 3 baumbegeisterten Kinder der Baummelder-Familie aus der Nähe von Dresden, die im Bayerischen Wald im Urlaub diesen Baum gefunden haben – ihren nächsten Urlaub wollen sie dort zur Ausrufung verbringen! (2m-Zollstock, Foto: A. Friedrich)" srcset="https://nationalerbe-baeume.de/wp-content/uploads/2023/03/04-DSC07130-A-FRIEDRICH-c.jpg 479w, https://nationalerbe-baeume.de/wp-content/uploads/2023/03/04-DSC07130-A-FRIEDRICH-c-400x284.jpg 480w" sizes="(max-width:479px) 479px, 100vw" class="wp-image-2402" />
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					<a href="https://nationalerbe-baeume.de/wp-content/uploads/2023/03/06-20230117_153646-ps.jpg" title="eindrucksvoller Stammfuß, die Wurzelanläufe sehr sorgsam geschützt durch den Bohlenweg">
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					<a href="https://nationalerbe-baeume.de/wp-content/uploads/2023/03/08-20230118_075730.jpg" title="in der allerersten Dämmerung: der &quot;graue Schatten&quot; im Hintergrund">
					<img loading="lazy" decoding="async" width="400" height="284" src="https://nationalerbe-baeume.de/wp-content/uploads/2023/03/08-20230118_075730-400x284.jpg" alt="in der allerersten Dämmerung: der &quot;graue Schatten&quot; im Hintergrund" srcset="https://nationalerbe-baeume.de/wp-content/uploads/2023/03/08-20230118_075730.jpg 479w, https://nationalerbe-baeume.de/wp-content/uploads/2023/03/08-20230118_075730-400x284.jpg 480w" sizes="(max-width:479px) 479px, 100vw" class="wp-image-2404" />
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					<a href="https://nationalerbe-baeume.de/wp-content/uploads/2023/03/09-20230117_155308.jpg" title="&quot;Ammenverjüngung&quot; von Fichten auf einem alten Baumstamm in unmittelbarer Nähe der Tanne – so sieht ein Urwald aus">
					<img loading="lazy" decoding="async" width="400" height="284" src="https://nationalerbe-baeume.de/wp-content/uploads/2023/03/09-20230117_155308-400x284.jpg" alt="&quot;Ammenverjüngung&quot; von Fichten auf einem alten Baumstamm in unmittelbarer Nähe der Tanne – so sieht ein Urwald aus" srcset="https://nationalerbe-baeume.de/wp-content/uploads/2023/03/09-20230117_155308.jpg 479w, https://nationalerbe-baeume.de/wp-content/uploads/2023/03/09-20230117_155308-400x284.jpg 480w" sizes="(max-width:479px) 479px, 100vw" class="wp-image-2405" />
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					<a href="https://nationalerbe-baeume.de/wp-content/uploads/2023/03/10-20230118_080747-ps.jpg" title="urwaldartige Zustände überall im Umfeld der Tanne – man muss hier unbedingt vorsichtig sein">
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					<a href="https://nationalerbe-baeume.de/wp-content/uploads/2023/03/05-20230118_081801-ps.jpg" title="Die Architektur einer Tanne verteilt klare Regeln, wer das Sagen hat und welche Zweige was zu tun haben – im Alter allmählich nachlassend.">
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					<a href="https://nationalerbe-baeume.de/wp-content/uploads/2023/03/07-20230117_154140-ps.jpg" title="die Krone unserer Nationalerbe-Tanne mit Tannenmistel (gelbliches Grün rechts ober- und unterhalb der Bildmitte)">
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					<a href="https://nationalerbe-baeume.de/wp-content/uploads/2023/03/11-20230117_152533.jpg" title="eine vor Jahrzehnten umgestürzte Buche, &quot;trotzdem&quot; grün">
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					<a href="https://nationalerbe-baeume.de/wp-content/uploads/2023/03/12-20230117_160147-ps.jpg" title="Der Abschied fällt schwer – aber das Wiedersehen zur Ausrufung ist ja sicher!">
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