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	<title>Saarland-Archiv - Nationalerbe-Bäume Deutschland</title>
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	<description>Für den Schutz alter Bäume in Deutschland</description>
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	<title>Saarland-Archiv - Nationalerbe-Bäume Deutschland</title>
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		<title>Alte Eibe in Lebach (Landkreis Saarlouis), Saarland</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Richard Georgi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 20 Apr 2024 11:58:34 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://nationalerbe-baeume.de/project/alte-eibe-in-lebach-landkreis-saarlouis-saarland/">Alte Eibe in Lebach (Landkreis Saarlouis), Saarland</a> erschien zuerst auf <a href="https://nationalerbe-baeume.de">Nationalerbe-Bäume Deutschland</a>.</p>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h1><strong>Alte Eibe in Lebach (Landkreis Saarlouis), Saarland</strong></h1></div>
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<tbody>
<tr style="height: 24px;">
<td style="height: 24px; width: 127.812px;"><strong>Baumart</strong></td>
<td style="height: 24px; width: 572.188px;">Europäische Eibe (<em>Taxus baccata</em>)</td>
</tr>
<tr style="height: 48px;">
<td style="height: 49px; width: 127.812px;"><strong>Standort:</strong></td>
<td style="height: 49px; width: 572.188px;">auf dem Hofgut La Motte, Stadt Lebach, Landkreis Saarlouis; etwa 500 m südwestlich außerhalb der Ortschaft an der Straße L 336 nach Primsweiler; Zugang vom Parkplatz an der L 336: dafür wurde extra ein Fußweg  über Wiesen zur Eibe angelegt (ausgeschildert, etwa 300 m weit, anfangs kurze Strecke parallel neben der Straße), da auf dem Gut landwirtschaftliche Arbeiten erfolgen und man dort den Betrieb sonst stören würde</td>
</tr>
<tr style="height: 24px;">
<td style="height: 24px; width: 127.812px;"><strong>Alter:</strong></td>
<td style="height: 24px; width: 572.188px;">ca. 500 Jahre (400-600 Jahre, hergeleitet aus Standort und Historie)</td>
</tr>
<tr style="height: 23px;">
<td style="height: 23px; width: 127.812px;"><strong>Stammumfang:</strong></td>
<td style="width: 572.188px; height: 23px;">4,20 m in 1 m Stammhöhe (Taille, gemessen Juli 2023)</td>
</tr>
<tr style="height: 24px;">
<td style="height: 24px; width: 127.812px;"><strong>Höhe:</strong></td>
<td style="height: 24px; width: 572.188px;">ca. 15 m</td>
</tr>
<tr style="height: 24px;">
<td style="height: 23px; width: 127.812px;"><strong>GPS-Daten: </strong></td>
<td style="height: 23px; width: 572.188px;">N <span>49.408455</span>, O <span>6.881674</span></td>
</tr>
<tr style="height: 24px;">
<td style="height: 24px; width: 127.812px;"><b>NEB seit:</b></td>
<td style="height: 24px; width: 572.188px;">20. Mai 2024 <span> </span><span>(</span><a href="https://nationalerbe-baeume.de/2024/05/21/sehr-besondere-ausrufung-der-alten-eibe-in-lebach-saarland/">Bericht &amp; Fotos</a><span>)</span></td>
</tr>
</tbody>
</table></div>
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				<div class="et_pb_code_inner"><iframe loading="lazy" src="//umap.openstreetmap.de/de/map/nationalerbe-baume_6639?scaleControl=true&#038;miniMap=true&#038;scrollWheelZoom=true&#038;zoomControl=true&#038;allowEdit=false&#038;moreControl=false&#038;searchControl=null&#038;tilelayersControl=null&#038;embedControl=null&#038;datalayersControl=false&#038;onLoadPanel=undefined&#038;captionBar=false&#038;feature=null&#038;measureControl=null#14/49.4116/6.8810" width="100%" height="300px" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe><a href="https://nationalerbe-baeume.de/nationalerbe-baeume/">Zur Übersicht aller Nationalerbe-Bäume</a>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Für das Aufsuchen der Eibe bitte unbedingt den Parkplatz an der L 336 nutzen (500 m südwestlich außerorts, Straße nach Primsweiler): der Zuweg über die Wiese auf dem eigens dafür geschaffenen Weg vom Parkplatz an der Straße ist schon ein Genuss – nach etwa 300 m erscheint die dunkelgrüne Krone, man denkt aber erstmal nicht, dass dies schon die berühmte Eibe ist. Kurz vor der Ankunft am Baum stehen eine Sitzgruppe zum Niederlassen und zwei große Hinweistafeln zur Eibe, was sehr schön gestaltet ist und das Erleben einfühlsam verstärkt. Danach erreicht man über eine kleine Bachbrücke die eingezäunte Eibe, sieht ihre gewaltige Krone und hat Zutritt durch 2 Törchen im Bretterzaun –  dann ist man &#8222;im heiligen Raum unter dem Baum&#8220; angekommen. Die spirituelle Wirkung des Baumes merkt man dort sofort.</p>
<p>Dies hat hier auch schon zur Etablierung einer &#8222;Eibenszene&#8220; geführt, mehr sag ich nicht dazu – die Ausstrahlung des Baumes ist beeindruckend, testen Sie bitte selbst. Zunächst sollte man sich 10-15 Minuten Zeit für den einmaligen Stammeindruck nehmen (dazu am besten auf den Boden setzen): ihn wirken und die Gedanken frei laufen lassen – gönnen Sie sich etwas Muße vom Alltag, dann erleben Sie hier eine Auszeit. Und Sie werden wiederkommen, da bin ich sicher… Für diese Wirkungen sind alte Eiben seit dem Altertum bekannt, in England und Irland hat sich dazu ein regelrechter Eibenkult entwickelt und bis heute erhalten. Und da er keinen Schaden anrichtet und niemandem wehtut, ist nichts dagegen einzuwenden – das können wir ruhig zulassen.</p>
<p>Diese Eibe ist einer der ältesten und bedeutendsten Bäume des Saarlandes. Es soll auch gewürdigt werden, dass sich die Eigentümerfamilie persönlich seit ganz langer Zeit sehr fürsorglich um den Baum kümmert und seine Holznutzung in früherer Zeit verhindert werden konnte.</p>
<p>Der Stamm und die Rinde von alten Eiben sind so beeindruckend durch ihre rötliche Farbe und die vielen verschiedenfarbigen Borkeschuppen. Zudem ist der Stamm über und über mit kleinen Austrieben (Zweiglein) &#8222;übersät&#8220;, die als Vorsichtsmaßnahme vom Baum bereitgehalten werden, sollte mal ein unerwarteter Schaden eintreten – typisch für Eiben: immer auf der sicheren Seite. Die Nadeln sind immergrün und bleiben 8-10 Jahre am Zweig, können also auch in warmen Winterperioden Zucker durch Photosynthese produzieren. Das wird ja jetzt immer häufiger möglich und macht die Eibe konkurrenzstärker gegenüber nur sommergrünen Laubbäumen.</p>
<p>Die Blütengeschlechter sind bei Eiben auf verschiedene Bäume verteilt, es gibt daher nur Eibenfrauen oder -männer. <span>Dies hier ist ein weiblicher Baum. </span>Bei den meisten anderen Baumarten sind beide Geschlechter auf einem Baum. So vermeidet die Eibe Inzucht, aber dafür muss der Pollen vom Wind von einem männlichen bis zu einem weiblichen Baum getragen werden. Dann gibt es an den weiblichen Bäumen fruchtähnliche Samen mit fleischigem leuchtend rotem Mantel. Alles an der Eibe bis auf den roten Samenmantel ist giftig, auch für etliche Tierarten (z.B. sind deshalb im Mittelalter viele Pferde daran gestorben, die ja als Transportmittel lebensnotwendig waren). Deshalb wurden Eiben an Fuhrwegen und Pferdekoppeln regelmäßig beseitigt. Aber das gilt längst nicht für alle Tierarten, denn z.B. Mäuse und Rehe fressen Eibennadeln besonders gerne und können Keimlinge und junge Bäume daher sogar schädigen oder beseitigen.</p>
<p>Die Giftigkeit der Eibe hat aber nicht zur Folge, dass man bei einem längeren Aufenthalt unter Eiben benommen wird, wie es gelegentlich zu hören oder zu lesen ist. Sie dünstet definitiv nichts aus, was diese Wirkung haben könnte, das habe ich wiederholt selbst getestet und gilt auch für diese uralte Eibe hier oder falls Sie welche in Ihrem Garten haben.</p>
<p>Fotos aus den 1950er und 1970er Jahren zeigen, dass die Eibe noch fast frei auf der Wiese stand, mit einer damals erstaunlich kleinen Krone – heute ist diese 23 m breit! Der Baum hat Grundwasseranschluss und daher mit seiner Riesenkrone seit längerer Zeit einen sehr guten Zuwachs. Wenn es verbreitet heißt &#8222;Eiben brauchen Schatten&#8220;, sieht man hier, dass sie sehr wohl auch mit voller Sonne zurechtkommen. Sie dürfen nur nicht plötzlich aus dem Schatten freigestellt werden, dann können die 8-10 Nadeljahrgänge verbrennen. Es kann im Extremfall sogar zum Absterben des Baumes kommen, da die verlorenen Nadeln erst nach 8 Jahren wieder vollständig ersetzt sind.</p>
<p>Aber Eiben wachsen tatsächlich in der Sonne nicht besser, d.h. schneller als im Schatten – was so bei fast keiner anderen Baumart auftritt. Das liegt daran, dass sie so gut an Schatten angepasst sind und damit dauerhaft zurechtkommen (nur Buche und Tanne sind ähnlich schattentolerant). Zudem ist es unter Eibenkronen auch sehr dunkel, so dass andere Baumarten dort kaum wachsen können.</p>
<p>Unter allen mitteleuropäischen Baumarten hat die Eibe die höchste Lebenserwartung und kann 1500 Jahre alt werden, in England gibt es sogar 2000 Jahre Exemplare mit noch teilweise erhaltenem Ursprungsstamm. Das liegt daran, dass sie in besondere Weise erfolgreiche Anpassungsstrategien fürs Überleben bei Stress entwickelt hat. Auch dieser Eibe hier traue ich ohne Weiteres zu, noch über 1000 Jahre alt zu werden.</p>
<p>Dabei war ihr Holz früher im Mittelalter so begehrt für die Nutzung von Langbögen, dass sie dadurch großräumig fast ausgerottet wurde. Denn die Herstellung und Nutzung von Bögen war Jahrhunderte lang kriegsentscheidend.</p>
<p><em>Text und Bilder: Andreas Roloff, TU Dresden</em></p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h3><strong>Fotos</strong></h3></div>
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					<a href="https://nationalerbe-baeume.de/wp-content/uploads/2024/04/Gross-01-20220304_122229.jpeg" title="wilder, starker und wulstiger Stamm der Alten Eibe, voller Austriebe zur Absicherung">
					<img loading="lazy" decoding="async" width="400" height="284" src="https://nationalerbe-baeume.de/wp-content/uploads/2024/04/Gross-01-20220304_122229-400x284.jpeg" alt="Eibe Hofgut Lebach: wilder, starker und wulstiger Stamm der Alten Eibe, voller Austriebe zur Absicherung" srcset="https://nationalerbe-baeume.de/wp-content/uploads/2024/04/Gross-01-20220304_122229.jpeg 479w, https://nationalerbe-baeume.de/wp-content/uploads/2024/04/Gross-01-20220304_122229-400x284.jpeg 480w" sizes="(max-width:479px) 479px, 100vw" class="wp-image-2948" />
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					<a href="https://nationalerbe-baeume.de/wp-content/uploads/2024/04/Gross-02-20230721_112156-ps.jpeg" title="Auf Partien ohne Austriebe sind die wunderschön rötlichen Borkestrukturen zu erkennen, mit prägnanten Wurzelanläufen.">
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					<a href="https://nationalerbe-baeume.de/wp-content/uploads/2024/04/Gross-07-20230721_105344.jpeg" title="der sehr kreativ und einfühlsam gestaltete Wegbeginn zur Alten Eibe vom Parkplatz an der L 336 nach Primsweiler">
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					<a href="https://nationalerbe-baeume.de/wp-content/uploads/2024/04/Gross-08-20230721_105811.jpeg" title="kurz vor Erreichen der Eibe 2 Informationstafeln und ein schöner Rastplatz zum Innehalten, und dann kommt das &quot;Eintauchen&quot; in die Eibenwirkung!">
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		<title>Richteiche (Hofgut St. Gangolf, Besseringen, Landkreis Merzig-Wadern, Saarland)</title>
		<link>https://nationalerbe-baeume.de/project/richteiche-hofgut-st-gangolf-besseringen-landkreis-merzig-wadern-saarland/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Richard Georgi]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 26 Mar 2022 08:44:56 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://nationalerbe-baeume.de/project/richteiche-hofgut-st-gangolf-besseringen-landkreis-merzig-wadern-saarland/">Richteiche (Hofgut St. Gangolf, Besseringen, Landkreis Merzig-Wadern, Saarland)</a> erschien zuerst auf <a href="https://nationalerbe-baeume.de">Nationalerbe-Bäume Deutschland</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="et_pb_section et_pb_section_1 et_section_regular" >
				
				
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><h1>Richteiche (Hofgut St. Gangolf, Mettlach, Landkreis Merzig-Wadern, Saarland)</h1></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><table style="height: 191px;" border="0">
<tbody>
<tr style="height: 24px;">
<td style="height: 24px; width: 127.812px;"><strong>Baumart</strong></td>
<td style="height: 24px; width: 887px;">Stiel-Eiche (<em>Quercus robur</em>)</td>
</tr>
<tr style="height: 48px;">
<td style="height: 48px; width: 127.812px;"><strong>Standort:</strong></td>
<td style="height: 48px; width: 887px;">am Hofgut St. Gangolf in der Gemeinde Mettlach (Landkreis Merzig-Wadern, Saarland), etwa 45 km nordwestlich von Saarbrücken, unmittelbar in der Nähe der berühmten Großen Saarschleife bei Mettlach</td>
</tr>
<tr style="height: 24px;">
<td style="height: 24px; width: 127.812px;"><strong>Alter:</strong></td>
<td style="height: 24px; width: 887px;">ca. 650 Jahre (Herleitung aus alten Quellen von 1487: &#8222;…groiss eiche…&#8220;)</td>
</tr>
<tr style="height: 23px;">
<td style="height: 23px; width: 127.812px;"><strong>Stammumfang:</strong></td>
<td style="width: 887px; height: 23px;">6,53 m in 1,0 m Stammhöhe (Taille, gemessen März 2022)</td>
</tr>
<tr style="height: 24px;">
<td style="height: 24px; width: 127.812px;"><strong>Höhe:</strong></td>
<td style="height: 24px; width: 887px;">ca. 23 m</td>
</tr>
<tr style="height: 24px;">
<td style="height: 24px; width: 127.812px;"><strong>GPS-Daten: </strong></td>
<td style="height: 24px; width: 887px;">N 49.484901, O 6.585917</td>
</tr>
<tr style="height: 24px;">
<td style="height: 24px; width: 127.812px;"><b>NEB seit:</b></td>
<td style="height: 24px; width: 887px;">09. April 2022 (<a href="https://nationalerbe-baeume.de/2022/04/10/richteiche-st-gangolf-im-saarland-ist-offiziell-ausgerufen/">Bericht &amp; Fotos</a><span>)</span></td>
</tr>
</tbody>
</table></div>
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</div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Wer den Alltag oder sogar die Welt etwas vergessen möchte in wunderschöner Umgebung zum Wandern, Radfahren, Bootfahren oder einfach &#8222;Abhängen&#8220;, der sollte sich einmal die Abgeschiedenheit vom Hofgut St. Gangolf ansehen. In den Ferienwohnungen des sog. &#8222;Refugiums&#8220; kann man sich einquartieren und einigeln, und dann 5 Tage lang jeden Tag eine neue mächtige Naturdenkmal-Eiche auf sich wirken lassen. Auf mich hatte schon gleich die von uns auserwählte &#8222;Richteiche&#8220; eine starke Wirkung – direkt neben der Eiche steht eine Bank, von der aus man (mit dem Stamm zur Seite) mit freiem Blick über Schafweiden auf die Saar in allerschönster Waldumgebung schauen kann und anfängt zu träumen: sollte ich hier vielleicht anfangen Aquarell zu malen, oder reicht das Fotografieren? hm, vielleicht Flöte spielen? ja das wär&#8217;s! sie liegt bereit für meinen nächsten Besuch dort…</p>
<p>Mit 6,55 m Stammumfang ist es der dickste Baum des Saarlandes! Ich habe jedenfalls keinen stärkeren Gemeldeten gefunden… Und damit wird es dann wohl mit seinen neu ermittelten 650 Jahren auch der älteste Baum des Saarlandes sein, das ist natürlich sensationell. Diese Eiche hat zudem eine besonders starke Ausstrahlung, das liegt mit an ihrem Standort und ihrem urigen Aussehen: mit einem sehr schönen knorrigen, geneigten Stamm, darin etliche große Löcher, wo früher Äste ausgebrochen waren, und eine Öffnung unten am Stammfuß. Die Krone ist weit auf die Wiese ausgebreitet, der Stamm etwas dorthin geneigt. Dreht man sich um, stehen auf der anderen Wegseite gleich nahbei zwei weitere Naturdenkmal-Eichen – da muss es schon etwas Besonderes als Anlass vor etwa 650 Jahren gegeben haben, diese Bäume hier zu pflanzen. Die Ursache ist: es waren Grenzbäume wie auch weitere mächtige Eichen in der Umgebung – sie alle markierten zusammen mit etlichen Großkreuzen einen hier sehr komplexen Grenzverlauf. Am Ort unserer auserwählten Eiche fand im Mittelalter zeitweise auch Gerichtsbarkeit statt.</p>
<p>Und erlebt hat der Baum auch schon einiges: vor etwa 60-70 Jahren wurde auf dem Weg am Baum eine Teerdecke aufgebracht, vor dem Baum auf der Wiese befand und befindet sich ein Bunker: man erkennt eine begrenzte Erhöhung der Wiese von etwa 20 m Durchmesser. Dabei hat man damals von dem Sträßchen bis zum Bunker um die Eiche herum den Boden zu einer ebenen Fläche angeschüttet, am Baum etwa einen halben Meter. Das hat sie gut verkraftet, da Eichen als Auenwaldbäume dies häufiger auch von Natur aus erleben. (Viele andere Baumarten sind da sehr empfindlich und könnten dann sogar absterben!) Daher wird daran nun nichts verändert, um keinen Schaden anzurichten.</p>
<p>Diese Eiche hat eine große baumbiologische Besonderheit: sie ist auf ihrer kompletten Länge etwa 20 m durchgehend hohl im Inneren, man kann im Baum bis in den Wipfel hochschauen. Dies beeinträchtigt jedoch ihre Bruchsicherheit nicht, da der Holzmantel drumherum bis auf die Astlöcher 20-30 cm dick und intakt ist, daher die Stabilität wie z.B. von einer Papprolle im Küchenpapier hat: die schafft man kaum zu knicken. Hohle Bäume sind also zunächst nichts Gefährliches, es kommt dann immer auf die sog. &#8222;Restwandstärke&#8220; an: wenn diese intakt und dick genug ist, besteht kein erhöhtes Bruchrisiko. Das ist hier überprüft worden und ok.</p>
<p>Das Dorf St. Gangolf existiert seit dem späten 10. Jahrhundert. Auf dem günstig gelegenen Land am Fluss haben schon die Kelten gesiedelt und Ackerbau betrieben: Die Saarschleife weist ein eigenes Mikroklima auf, das im Jahresschnitt rund 2° C wärmer ist als die Umgebung. Das Hofgut gibt es seit dem 14./15. Jahrhundert: es wurde mit der Aufgabe gegründet, dem nahen Kloster Mettlach eine wirtschaftliche Grundlage zu sichern. Durch die Südwest-Hanglage unterhalb der etwa 2,5 km nordwestlich in der Saarschleife gelegenen Burg Montclair erhält das Hofgut den ganzen Tag über Sonnenstrahlung. Ein Hofladen bietet saisonal leckere Spezialitäten aus eigener Produktion von St. Gangolf an: Apfelsaft, Edelbrände, Wildbret von Reh und Wildschwein und Wildsalami.</p>
<p>Zudem gibt es auf dem Hofgut Ferienwohnungen, Tagungsräume und ein beeindruckend vielfältiges Kulturprogramm: das sog. Refugium St. Gangolf ist ein Rückzugsort in idyllischer Lage, zum Erholen und Genießen, für Meetings und Workshops, Konzerte, Literaturlesungen und vieles mehr. Seit vier Generationen ist das Land im Besitz der heutigen Eigentümerfamilie. Sie begann 2008, die Landwirtschaft systematisch auf biologische Herstellung umzustellen – ein erfahrener Bio-Landwirt bewirtschaftet die Flächen mit Getreidefeldern, Heuwiesen, Äckern für Viehfutter und Obstwiesen im natürlichen Rhythmus der Natur, und ein Förster pflegt den umgebenden Gutswald mit seinem Team und drei Jägern. So eine intakte Idylle im seit Jahrhunderten gebeutelten Saarland ist einfach unfassbar schön und wohltuend – man merkt, dass dort die Natur ihren Rhythmus erhalten hat!</p>
<p><em>Text von Andreas Roloff, TU Dresden</em></p></div>
			</div>
			</div>
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><h3><strong>Fotos</strong></h3></div>
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					<a href="https://nationalerbe-baeume.de/wp-content/uploads/2022/03/04-20220304_092359-ps.jpg" title="Öffnung am Stammfuß im angeschütteten Boden">
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					<a href="https://nationalerbe-baeume.de/wp-content/uploads/2022/03/06-P1014111-ps.jpg" title="Blick auf das Hofgut im Hintergrund, auch schon im März den ganzen Tag in der Sonne">
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					<a href="https://nationalerbe-baeume.de/wp-content/uploads/2022/03/07-20220304_092545.jpg" title="Blick aufwärts im über 20 m vollkommen hohlen Stamm">
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					<a href="https://nationalerbe-baeume.de/wp-content/uploads/2022/03/08-20220304_092651.jpg" title="Foto aus dem hohlen Stamm durch das &quot;Fenster&quot;-Loch eines früheren Astausbruches">
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