Erfolgreiche 60. Ausrufung der Steinbank-Eiche im Fürst Pückler-Park Bad Muskau (Oberlausitz, Sachsen)
Große Freude, dass auch diese 60. Ausrufung wieder so perfekt vorbereitet war und einfach super gelaufen ist! Bei allerbestem Toskana-Wetter (so sah der Himmel den ganzen Tag aus) und mit Sonnenschirmen über der Bestuhlung auf der baumnahen Wiese wurden die über 100 Gäste und Beteiligten verwöhnt und genossen den Wochenausklang am Freitag-Nachmittag sichtlich sehr intensiv mit diesem feierlichen Programm.
Der riesige Park an der Neiße und der östlichste Nationalerbe-Baum Deutschlands machten einen sehr würdigen Empfang: am Vorabend der Ausrufung mit stolzer Stimmung, am Morgen der Tafelinstallation mit über der Neiße wabernden Nebelschwaden, Fuchs und Reh sagten Guten Morgen und eine Katze fragte, ob sie von Deutschland nach Polen über die Brücke gehen dürfe – das tat sie dann auch. Es war herrlich unterhaltsam, dort um 4:30 Uhr die Tafel zu installieren, denn Sonnenaufgang ist so weit im Osten Deutschlands schon vor 5 Uhr (also etwa 45 min früher als vor einer Woche im Schwarzwald).
Der lange Vormittag vor der Feier um 15 Uhr wurde mit stundenlangen Parkspaziergängen genossen, man braucht wohl 2 Tage, um alles incl. polnischem Teil zu erkunden. Und sehr viele uralte, dicke lebende und tote Eichen prägen den Park, was stark an Bilder von Caspar David Friedrich erinnert, der auch in dieser Romantik-Zeit der Parkentstehung in Sachsen gelebt und gewirkt hat.
Die Feier begann mit spritziger Brass-Bläsermusik im Schatten der Eiche, dann folgten die Begrüßung des Leiters der Parkstiftung und Grußworte vom Leiter des benachbarten Biosphärenreservates sowie von der Eichenspezialistin des Parkmanagement-Teams.
Am Baum durfte diesmal nur eine kleine runde Tafel installiert werden, da im UNESCO Welterbe-Park eigentlich gar keine Tafeln erlaubt sind. Diese einzige Ausnahme aber wurde gestattet, damit die Steinbank-Eiche im Park die höchste deutsche Baumauszeichnung als Nationalerbe erhalten konnte.
Daher gab es dann auch eine Premiere bei der Zeremonie der Tafalenthüllung: damit sich die Ehrengäste dafür nicht hinknien mussten, um das rote Schleifchen aufzuziehen, gab es diesmal eine 8 m lange Schleife um den ganzen Baum zum Aufziehen, und die Enthüllung der kleinen Baumtafel übernahm der jüngste Teilnehmer der Feier, der 9-jährige Tim – das war eine herrlich wunderschöne neue Variante. Und der zur Hälfte polnische Text auf der Baumtafel wurde von einer Baum-Professorin aus Warschau vorgelesen, die extra zur Feier angereist war.
Hinterher folgte die Bewirtung auf der Wiese und anschließend noch eine Parkführung für Interessierte durch den polnischen Parkteil zu dortigen besonderen alten Eichen – ein sehr schöner und würdiger Abschluss des Tages.
Text und Bilder: Andreas Roloff