Ein Höhepunkt der Ausrufungen 2026: die Ureibe Steibis/Oberstaufen im Oberallgäu, Bayern
Oh war das eine würdige hochwertige Feier zu Ehren des aktuell ältesten bekannten Baumes von Deutschland bei seiner Ausrufung als Nationalerbe-Baum – wir sind mächtig stolz und glücklich, dass auch hier wieder alles perfekt geklappt hat.
Zu dieser Ausrufung war schon länger vorher eine sehr stabile Hochdruck-Wetterlage angekündigt worden, und so war es wohl der Tag des Jahres mit der intensivsten und längsten Sonnenstrahlung im Oberallgäu – mehr als diese 16 Stunden sind ja aufgrund der maximalen Tageslänge zur jetzigen Sonnenwende nicht möglich. Da mussten die Teilnehmenden natürlich in der Höhenlage auch an Sonnenschutz und Kopfbedeckungen denken, denn wir waren ja dort die ganze Zeit unter freiem Himmel.
Es war alles perfekt durchdacht vorbereitet von den Zuständigen vor Ort:
- der Platz der Tafel mit 2 neuen Bänken am Weg mit Blick auf die etwas entfernter auf der Weide stehende, nun sehr berühmte Eibe;
- der Baum eingezäunt, zu seinem Schutz vor Zwei- und Vierbeinern;
- die Bewirtung in der Lauchalpe nach Abschluss der Zeremonie draußen.
Am Vorabend gab es einen beeindruckenden Sonnenuntergang dort oben, wobei sich die Sonne in den hohen Bergen nicht an offizielle Untergangszeiten hält, je nachdem hinter welchem Berg sie untergeht. Es war spannend das zu kalkulieren, um rechtzeitig dort zu sein und war dann perfekt um etwa 21 Uhr – vorher die fulminante Lichtveränderung während der Wartezeit.
Und morgens bei der Tafelinstallation zum Sonnenaufgang war nochmal dieselbe spannende Einschätzung notwendig, wann dort denn die Sonne am Baum ankommt. Das dauerte dann allerdings etwa eine Stunde länger als gedacht, da ein größerer Berg „im Weg stand“ – aber rundherum erstrahlte alles pünktlich zum Beginn des Tages der Feier.
Das Bayerische Fernsehen war bereits ab 11 Uhr an der Eibe (und blieb bis 15 Uhr!), um das Alphütten-Betreiberpaar und weitere Beteiligte zu interviewen und den Baum zu filmen. Das österreichische Fernsehen ORF war ebenfalls ab 10 Uhr vor Ort, der Baum steht ja nur wenige 100 Meter von der Grenze entfernt und Österreich ist so begeistert von unseren Baum-Ausrufungen. Auch einige deutschlandweit verbreitete Zeitschriften waren anwesend, wie z.B. der SPIEGEL und die BAUMZEITUNG. Das ZDF, die ZEIT und Süddeutsche Zeitung waren schon vorher da gewesen und hatten bereits über die Ureibe berichtet.
Dann begannen um 13 Uhr die offiziellen Reden zur Feier: die Begrüßung übernahm als Baumeigentümer-Vertreter der Leiter der Weidegenossenschaft Maierhöfen, Grußworte folgten von der Vertreterin des Landkreises Oberallgäu und vom Bürgermeister Oberstaufen. Weiterhin erläuterte der Kuratoriums-Vorsitzende die Besonderheiten der Ureibe, und dazu gab es aufgrund ihres hohen Alters von etwa 1.100 Jahren natürlich viel zu erzählen, mit etlichen neuen Erkenntnissen zum Baum, die auf großes Interesse stießen.
Dabei war eine weitere spannende Frage die Teilnehmerzahl an der Veranstaltung, da in der Unteren Lauchalpe etwa 50 Personen Platz haben. Aufgrund der hohen Temperaturen kamen sicherlich etliche Interessierte nicht den steilen Berg hinaufgewandert, die sonst gekommen wären, und so waren es dann 49 Personen – unglaublich wie gut daher also alles passte! Denn es gab zum Ausklang eine sensationelle Brotzeit in der Hütte und als Finale – wer wollte und es schaffte – noch Kuchen und Torten. Alles war handmade wundervoll aufbereitet und kam sichtlich bestens an beim gemütlichen Zusammensein in der kühlen Hütte – unser großer Dank an alle Beteiligten!
Das war in jeder Hinsicht eine sehr besondere Ausrufung: die Location in 1.100m Höhe in den Oberallgäuer Bergen, der uralte Baum (man sieht ihm sein hohes Alter an), die musikalische Begleitung, etliche Teilnehmende in Trachten und dann die phantastische Bewirtungsfeier in der nahen Alphütte.