Was für eine bewegende Ausrufung der Schlosspark-Eiche Fürstin Luise in Putbus (Rügen, MV)
Oh war das beeindruckend, was wir bei der Ausrufung im Schlosspark Putbus im Südosten Rügens erleben durften! Etliche von nah und fern Angereiste und sogar Fürst Malte und Fürstin Luise zu Putbus waren mit dabei, denn es war zusammen mit der Ausrufung auch die Feier anlässlich des 243. Fürsten-Geburtstages, die jedes Jahr um diese Zeit zelebriert wird. Und so kamen auch etliche der Teilnehmenden in historischen Kostümen aus damaliger Zeit, was enorm für Stimmung sorgte.
Die Zahl der Beteiligten und Gäste war mit über 150 phänomenal, alle waren in bester Stimmung und genossen sichtlich den besonderen Tag in Putbus. Es war ja ein Samstag zur Tourismus-Hochsaison, da war natürlich dieses besondere Ereignis zur Eiche allen sehr willkommen: die Ausrufung eines Nationalerbe-Baumes erlebt man ja nicht jeden Tag.
Das Wetter spielte schon wieder seine Stärken aus: mit angenehmsten 20°C, Wölkchen und etwas Sonne, während es überall südlich von Rügen auf dem Festland stundenlang stark regnete. Danke, danke schon wieder an das Geschenk des Himmels!
Bei musikalischer Begleitung eröffnete die Bürgermeisterin mit ihrer Begrüßung die Feier, es folgte ein Grußwort vom Staatssekretär und dann sogar ein weiteres vom Fürsten, der sichtlich große Freude am diesjährigen Auftritt mit seiner Gemahlin im Schlosspark hatte. Dann lauschten alle gespannt den längeren Ausführungen zum neuen Nationalerbe-Baum und hatten beim anschließenden Beisammensein mit Bewirtung vor der Orangerie noch etliche Fragen und weitere Baumvorschläge für MV.
Die Installation der Baumtafel am frühen Morgen war auch wieder ein Hochgenuss, und der danach noch lange Vormittag wurde gleich ausgenutzt zur Besprechung des gerade erstellten Gutachtens zur Schlosspark-Eiche, das noch offene Diskussionspunkte enthält: diese wurden spontan von einem Mitglied der jungen Arboristenteams ArBoR:Net durch Beklettern des Baumes und direkte Inaugenscheinnahme „dort oben“ geklärt, was enorm effektiv war und dem Methusalembaum einen altersgemäßen Zustand mit zwar etlichen Macken bescheinigte, die aber gut beherrschbar sind. Dafür wird auch eine Wegverlegung im Park mit größerem Abstand zu den Eichen vorgeschlagen (jetzt verläuft der Weg direkt unter beiden Eichen), dem natürlich Denkmalschutz und -pflege noch zustimmen müssen.
Auch eine notwendige ähnliche Behandlung der gleich daneben stehenden zweiten Eiche wurde angesprochen, und dafür kann es möglicherweise MV-Sondermittel geben.
Text und Bilder: Andreas Roloff